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Balkonkraftwerk
Balkonkraftwerk (Kaiser-Friedrich-Straße, Potsdam)
12. Juni 2025, akt. 5. September 2026
Die Planung, zu erfüllende Vorgaben

Quelle: Grünes Haus (abger. 11. 06. 2025)
Nachdem die Preise für Solarmodule und Zubehör immer weiter gesunken sind, habe ich mich Anfang Mai 2025 entschlossen, das Projekt „Balkonkraftwerk“ nun endlich zu realisieren. Von der Hausverwaltung und der Eigentümer-Gemeinschaft wurden Balkonkraftwerke unter gewissen Auflagen gestattet (tatsächlich kann die Anbringung einer solchen Anlage auch nicht verboten werden):
- Die Anlagen müssen durchgehend schwarz sein.
- Die Neigung (Abweichung von der senkrechten Montage) darf einen Wert von 20 Grad nicht übersteigen.
- Durch die Anlage möglicherweise hervorgerufene Schäden müssen durch eine entsprechende Versicherung, deren (weiteres) Bestehen jährlich nachgewiesen werden muss, gedeckt sein.
Letzteres konnte durch einen kurzen Anruf bei der bestehenden Haftpflicht-Versicherung (HUK) bestätigt werden, hier sind ausdrücklich solche Schäden genannt (Auszug):
Der Versicherungsschutz umfasst auch Schadenersatzansprüche Dritter aus der Verletzung von Verkehrssicherungspflichten. Beispiel: Ihr Balkonkraftwerk ist nicht ausreichend am Balkongeländer befestigt und fällt herunter auf ein geparktes Auto. Ebenfalls versichert sind Schadenersatzansprüche aus dem Betrieb des Balkonkraftwerks. Beispiel: Das Balkonkraftwerk gerät während des Betriebs in Brand. Das Feuer greift auf das Nachbargebäude über.
Ebenfalls schon im Vorfeld erfolgte die Anmeldung der Anlage beim Marktstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur. Die tatsächliche Inbetriebnahme kann nachträglich vermerkt werden.
Hardware, Beschaffung, Montage

Quelle: Zolar (abgerufen 11. Juni 2025)
Es steht nur eine begrenzte Fläche zur Verfügung, weil (wegen der Größe des Balkons) die Blumenkästen weiterhin an der Außenseite der Balkonbrüstung hängen sollen. Der Balkon ist nach Westen ausgerichtet und wegen der Bewohner unter uns – und wegen des Aussehens generell – werde ich auch nur die erlaubte Neigung von 70° realisieren können. Somit sind keine Wunder in der Ausbeute zu erwarten, immerhin ist der Wirkungsgrad vermutlich gerade noch im grün-gelben Bereich.
Damit die Einschaltspannung des Wechselrichters möglichst früh (also bereits bei geringer Ausbeute) erreicht wird, werde ich die Solarpanels in Reihe schalten. Ein erster Versuchsaufbau bei bedecktem Himmel war erfogversprechend.
Folgende Komponenten wurden angeschafft:
- Set Solarpanels 2 × 200 W (134 cm × 67 cm) [Amazon, 109,99 €]
- Wechselrichter Hoymiles HMS-400W-1T (400 W) [Offgridtec, 119,20 €]
- Anschlusskabel AC, 3 m [Amazon, 17,99 €]
- GLIESE Balkonkraftwerk 114cm Solarmodul Halterung mit Haken [OTTO, S0FE20Y1ND2, 74,90 €]
- Summe: 322,08 €
Die Befestigungsteile mussten massiv zugeschnitten werden, aber insgesamt war die Montage nicht herausfordernd und dauerte ca. acht Stunden.
Die Anmeldung der Anlage beimM arktstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur halte ich für eine ganz wesentliche Pflicht, denn die Stromerzeuger sollten schon wissen, wer außer ihnen noch (wieviel) Energie ins Netz einspeist. Der unkontrollierte und ungeregelte Betrieb dieser kleinen Anlagen könnte aufgrund der schieren Menge am Ende doch einen Einfluss auf die Netzstabilität haben.
Das Ergebnis
Alle Befestigungen wurden ohne Beeinträchtigung der Bausubstanz vorgenommen, trotzdem ist die Sicherheit gewährleistet. So wurden z.B. die unteren Enden der Tragschinen mit Kabelbindern fixiert, um ein Abheben der Module bei starkem Wind zu verhindern.

Außenansicht (12.6.2025, 13:20 h)

Detail Wechselrichter

Detail obere Befestigung

Detail untere Befestigung
Der erste Betriebstag (12. Juni 2025)
Es zeigte sich, dass die Entscheidung, die Balkonkästen außen und über den Solarmodulen zu belassen, keine gute Idee war. Trotz durchgängigem Sonnenschein war die Ausbeute bis 14:30 Uhr mit ca. 30 W sehr mäßig, was offenbar der Verschattung durch die Blumenkästen (wie auch im Bild zu erkennen) anzulasten ist. Ein versuchsweiser Umbau wird darüber am nächsten Tag Aufschluss geben.
Insgesamt waren der Tagesertrag mit insgesamt ca. 1,3 kWh und die Spitzenausbeute von knapp 260 W nicht berauschend.
Der zweite Betriebstag (13. Juni 2025)
Am Vorabend wurden noch die Balkonkästen nach innen verlegt, womit die Verschattung bei hohem Sonnenstand eliminiert wird. Allerdings wirft am frühen Mittag das Dach auch Schatten auf das rechte Modul, was sich leider durch die Reihenschaltung verstärkt negativ auf den Ertrag auswirkt. Die höheren Erträge begannen bereits 12:45 (statt erst 14:15 wie gestern).

Außenansicht
(13.06.2025,
12:10 h)
Der Ertrag konnte auf 1,7 kWh gesteigert werden (+ 6 %), in der Spitze wurden auch wieder ca. 260 W geliefert. Ohne die leichte Bewölkung am späteren Nachmittag würden die Werte vermutlich noch etwas positiver ausfallen, auch ein direkter Vergleich zum Vortag ist deshalb nicht sinnvoll.
Weitere Messdaten
An sonnigen Sommer-Tagen ist also (den durchschnittlichen Tagesverbrauch von ca. 5,4 kWh im Jahr 2024 zugrunde gelegt) mit einer Ersparnis von einem knappen Drittel zu rechnen. Wenn die Sonne nicht so viel scheint, sind es offenbar aber immer noch ca. ein Zehntel. Wie sich das im Winter gestaltet, bleibt abzuwarten, ich werde die nachfolgende Tabelle (Kumulierte Werte) nach und nach vervollständigen.
*) Bei den Verläufen ist zu beachten, dass die Kurven auf der Basis von separaten – alle 15 Minuten erfassten – Messwerten gebildet werden. Dadurch erscheinen kurze Einbrüche (zur Abrufzeit) in den Kurven wesentlich gravierender.
Zählerwechsel
Die Netzgesellschaft Potsdam ist richtig schnell: bereits ca. 6 Wochen nach Meldung der Anlage beim Marktstammdatenregister wird der herkömmliche Zähler am 24. Juli 2025 durch einen elektronischen (dankenswerter Weise ohne Fernabfrage und damit wohl auch ohne Fernsteuermöglichkeit: Moderne Messeinrichtung – mME) ersetzt.
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Kumulierte Erträge, tot. ~355 kWh (in kWh, TM = Tagesmittel)
1) nur 19 Tage
2) 26.6. 6:00 bis 27..6. 12:00 keine Datenerfassung wg. WLAN-Ausfall
Einsparpotenzial durch das Balkonkraftwerk
Nach einem Jahr Betrieb der Solaranlage kann eine ungefähre Abschätzung der Ersparnis vorgenommen werden. Diese ist allerdings insofern ungenau, weil nicht immer die komplette erzeugte Energie selbst verbraucht wird. Bis einschließlich Juli 2026 wurden 20 kWh ins Netz abgeführt, weil sie nicht selbst verbraucht werden konnten, z.B. vor allem während des Urlaubs im Sommer. Die (technisch bedingt ungeregelte! Einspeisung sollte allerdings – mit Rücksicht auf die Netzstabilität! – ohnehin so gering wie möglich sein!
Damit ergibt sich ein Jahres-Durchschnittswert (Juli 2025 .. Juli 2026) von ca. 21 kWh/Monat. Legt man auch hier wieder den Verbrauch von 2024 als Basis zugrunde (162 kWh/Monat) sind das knapp 13 % des Energieverbrauchs, die durch die Solaranlage gedeckt wurden. Bei einem Verbrauchspreis von ca. 38 ct/kWh (Ende August 2026) ergibt das knapp 96 € im Jahr. Damit hätte sich die Investition bis Ende 2028 — also in etwas über drei Jahren — amortisiert.
Die Werte der folgenden Übersicht sind ebenfalls nur grobe Schätzungen und lediglich zur Veranschaulichung gedacht. Sie basieren auf der gemessenen Gesamtstromproduktion der Solaranlage und werden über feste, im Hintergrund hinterlegte Faktoren in verschiedene Äquivalente umgerechnet.

Stand: 03.09.2026
Weiterlesen: Balkonkraftwerk-Boom 2026
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